Heimatkirche, ein gutes Gefühl und die Farbe Rot

Die Emmauskirche wird 50 Jahre alt. Ein schöner Anlass, Gemeindeglieder, die auf verschiedene Weise mit der Emmauskirche verbunden sind, zu interviewen.

1. Was bedeutet „Emmauskirche“ für Sie?
2. Welches Ereignis, Gefühl oder Bedürfnis verbinden Sie besonders mit der Emmauskirche?
3. Welche Farbe fällt Ihnen ein, wenn Sie an die Emmauskirche denken?
4. Wenn Sie nach der Coronazeit zum ersten Mal wieder in die Emmauskirche gehen, gehen Sie dann aus Sicht Stand April 2020 eher verhaltenen Schrittes oder stürmen Sie los?

Udo Wilm

Zu 1.: Die Emmauskirche ist meine Heimatkirche. Die Evangelische Gemeinde Niederkassel ist meine Heimatgemeinde, aber mit der Emmauskirche fühle ich mich besonders verbunden.
Zu 2.: Nach meinem Umzug nach Lülsdorf 1987 suchte ich eine Gemeinde, der ich mich zugehörig fühlen konnte. (Ich war vorher viele Jahre in einer freien evangelischen Gemeinde aktiv.) Mit Dietrich Leist fand ich jemand, mit dem ich klarkam. In der Emmauskirche bin ich dann wieder in die Landeskirche eingetreten. Weiter verbinde ich positiv unsere Trauung, die Taufen unserer Kinder und die Presbyteriumsarbeit mit der Emmauskirche.
Zu 3.: Hm, weiß ich nicht. Eigentlich keine bestimmte Farbe. Vielleicht früher das Grau der Fenster, die aber jetzt durch ein vielfarbiges neues Fenstergemälde ersetzt wurden.
Zu 4.: Ich denke, eher verhaltenen Schrittes. Es wird schön sein, sich als Gemeinde wieder räumlich zusammenzufinden. Das Zugehörigkeitsgefühl ist auch in der virtuellen Zeit vorhanden.

Margit Seck

Zu 1.: Ein Stückchen Zuhause. Immerhin gehe ich seit 1973 in die Emmauskirche, erst als Gemeindeglied, dann auch als ehrenamtliche Mitarbeiterin und Küstervertretung.
Zu 2.: Taufe, Konfirmationen und Hochzeit der Kinder, die vielen Feiern, an denen man teilgenommen hat. Ich habe mich immer verbunden gefühlt durch tröstliche Gottesdienste, Gemeindefeste, Weihnachtsfeiern oder Osternächte und vieles mehr.
Zu 3.: Regenbogenfarben, bunt, weil so viel Verschiedenes darin passiert. Es ist zwar nicht die schönste Kirche, aber sie ist lebendig.
Zu 4.: Wegen des Alters wird es ein verhaltenes Losstürmen sein.

Lorena Mey

Zu 1.: Für mich bedeutet Emmauskirche einen Ort voller Erinnerungen und Erfahrungen, an dem ich aber auch zur Ruhe kommen kann.
Zu 2.: Da ich 10 Jahre beim Krippenspiel mitgewirkt habe, ist das für mich ein sehr wichtiges Ereignis, denn die Weihnachtsgeschichte haben wir jedes Jahr anders gespielt, das macht es für mich so besonders.
Zu 3.: Mir fällt die Farbe Rot für die Liebe ein, da jeder in der Emmauskirche willkommen ist und ich mir sicher bin, dass jeder mit ihr mindestens einen schönen Moment verbindet.
Zu 4.: Ich freue mich schon darauf, dass ich wieder in die Emmauskirche gehen kann und ich denke, dass ich dann eher verhalten in die Kirche gehen werde.

Ali Lorestani

Zu 1.: Ein Ort, wo man mit Gott reden kann.
Zu 2.: Gemeinsam beten, Ruhe finden.
Zu 3.: Dunkelblau
Zu 4.: Ich gehe natürlich mit besonderer Leidenschaft.

Benedikt Brandenburger

Zu 1.: Zum Einen: Das gute Gefühl, Teil dieser netten Kirchengemeinde zu sein. Zum Anderen: Dann und wann die Gemeinde an der Orgel zu begleiten und dabei meine neuen Stücke vor Publikum auszuprobieren.
Zu 2.: Letztes Jahr hat meine große Schwester aus Bad Kreuznach ihren Sohn in der Emmauskirche taufen lassen. Weil dieser Gottesdienst so nett und schön war, ließ meine kleine Schwester aus Stuttgart dieses Jahr ihre Tochter ebenfalls hier taufen. Ich finde es sehr schön, dass auch meine Familie so gerne in die Emmauskirche kommt.
Zu 3.: Seit etwa einem Jahr strahlen die neuen farbenfrohen Fenster in der Emmauskirche. Auch wenn sie viele Farben enthalten: Das intensive, fröhliche Gelb fällt mir am meisten ins Auge und leuchtet deswegen am Auffälligsten in meiner Erinnerung.
Zu 4.: Zum Glück habe ich einen eigenen Schlüssel für die Emmauskirche. So kann ich mich auch in der Coronazeit – wenn es mich wieder in den Fingern juckt – jederzeit an die Orgel setzen und dafür sorgen, dass das Instrument keinen Staub ansetzt. 😊

                                                              Die Interviews führte Katharina Stork-Denker